Schöpferische Gedanken- und Konzentrationsbildung

Die schöpferische Gedanken- und Konzentrationsbildung ist die Fähigkeit, eine Idee über gezielt gewählte Schritte in eine konkrete Wirklichkeit zu führen. Eine Idee oder ein Gedanke wird so lange im Bewusstsein bewahrt und konkret gedacht, bis er in eine lebendige Empfindung kommt. Mit der Empfindung entwickeln sich neue Kräfteströme für die Umsetzung der Idee in die Tat.

Es handelt sich hierbei um eine Konzentrationsbildung, weil die ganze Aufmerksamkeit auf den Gedanken gerichtet wird und die gewohnten Gefühle und Denkmuster hierbei zurückweichen müssen. Alles, was nicht notwendig ist, fällt hinweg, nur das Wesentliche bleibt. Auf diese Weise kann sich das schöpferische Potenzial, das der Idee inne liegt, freisetzen. Die Idee wird wirksam und kann die irdischen Gegebenheiten neu formen und gestalten. Dieser schöpferische Prozess kann von jedem Menschen erlernt und umgesetzt werden.

Das intellektuelle Denken ist demgegenüber ein mehr regelhaftes Denken, das innerhalb der gewohnten Denkbahnen und Gefühlsmuster gebunden bleibt und nicht von einer Idee oder einem Gedanken als real existente geistige Dimension jenseits der materiellen Bedingungen ausgeht. Aus dem Intellekt entstehen deshalb keine neuen Kräfte und diese so oft angewendete Art des Denkens wirkt daher tendenziell erschöpfend und auszehrend auf das Nervensystem. Die schöpferische Gedankenbildetätigkeit hingegen wirkt mit den neu geschaffenen Kräften, sogenannte Ätherkräfte, erfrischend und aufbauend. Das Nervensystem wird dadurch beruhigt und gestärkt.

Die schöpferische Gedanken- und Konzentrationsbildung kann sowohl in der Yogapraxis mit Yogaübungen praktiziert werden, wie auch auf sehr intensive Weise in Bewusstseinsübungen (sog. Seelenübungen) in Form von Betrachtungsübungen von Natur und Mensch, schöpferischem Lesen und Rezitieren von Gedichten oder Texten, Konzentrations- und Meditationsübungen, etc.

Was wird gefördert?

  • eine wirklich objektive, projektionsfreie Wahrnehmung der Außenwelt und von sich selbst
  • die Fähigkeit, sich in andere einzufühlen und empathisch zu reagieren
  • eine Stabilisierung der Psyche, Ängste und Unsicherheiten weichen zurück
  • eine selbstständige Urteilskraft zu den Phänomenen und Erscheinungen
  • eine Übersicht und Führungskraft auch unter hohen nervlichen Anforderungen
  • eine Unabhängigkeit von äußeren Umständen
  • die Fähigkeit, neue Ideen für die Zukunft zu ersinnen und die Kraft, diese auch zu verwirklichen

Lesen Sie hierzu auch das Beispiel eines möglichen Übungsaufbaues im Artikel „Eine grundlegende Bewusstseinsübung zum Aufbau der Lebenskräfte und des ganzen Menschen„.